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Abgeschlossene Projekte

1. PACH-Forschungstagung

19. Mai 2017

Was brauchen Pflegeeltern und Fachleute, um Kindern in Pflegefamilien die besten Entwicklungschancen bieten zu können? Und wie können sie Pflegekinder in schwierigen Übergängen unterstützen? Auf solche Fragen versucht die einschlägige Forschung Antworten zu finden.

In den letzten Jahren stammten die Forschungsergebnisse vor allem aus dem nahen Ausland. So haben wir uns besonders gefreut, an unserer Tagung aktuelle Befunde der Schweizerischen Pflegekinderforschung präsentieren zu können: Drei Organisationen – PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, das Marie Meierhofer Institut für das Kind (MMI) und die KJPK (Kinder- und Jugendpsychiatrische Klinik des Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel) – stellten eigene und andere Projekte vor.

Die Tagung hat den Dialog zwischen Forschenden und direkt Beteiligten ermöglicht. Die Besucherinnen und Besucher erhielten Gelegenheit, Ergebnisse und Fragen in kleinen Gruppen zu diskutieren und mit ihrer Praxis in Bezug zu setzen.

Referate:

Bestandesaufnahme Pflegekinder Schweiz 2015 – Nicolette Seiterle

Verletzbar durch Elternschaft – Yvonne Gassmann

Foster Care Placement Breakdown – Clara Bombach, Thomas Gabriel

Bindung verstehen & Beziehung gestalten – Martin Schröder

Pflegefamilien und Heimplatzierungen

«Der Prozess der Hilfeplanung und seine Auswirkungen auf die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Familien». Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52) des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt. Die Studie dauerte von Mai 2003 bis Ende Juni 2006 und wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds und die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich finanziert. An der Studie beteiligt waren die damalige Pflegekinder-Aktion Schweiz (heute PACH), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Gallen, Studienbereich soziale Arbeit, und die Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime. Geleitet wurde sie von Kurt Huwiler, verantwortlich für den Bereich «Produkte und Angebotsentwicklung» der Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime.

Das Projekt untersuchte die Platzierung von 43 Kindern und Jugendlichen, 14 Mädchen und 29 Knaben. 9 Kinder wurden in Pflegefamilien, 34 in Heimen untergebracht. Unberücksichtigt blieben geistig oder körperlich behinderte Kinder, da eine medizinisch geprägte Massnahmenplanung nach anderen Regeln abläuft.

Die Untersuchung wurde als Längsschnittstudie angelegt, um den Prozess der Hilfeplanung und die Auswirkungen der Platzierung nach einem Jahr erfassen zu können. Gesamthaft erfolgten 337 Gespräche mit Eltern, Kindern bzw. Jugendlichen, Sozialarbeitenden sowie Mitarbeitenden von Heimen und Pflegeeltern.

Die Zusammenfassung der Forschungsergebnisse finden Sie hier.

Das Buch können Sie hier bestellen.

Mehr zum Nationalen Forschungsprogramm unter www.nfp52.ch

Kinder wirken mit

Ein Projekt zur Umsetzung der Qualtity4Children-Standards unter der Leitung der FHS St. Gallen. Auf Initiative der IG Quality4Children haben Kinder, Jugendliche und Fachkräfte nach Wegen gesucht, wie sich Mitwirkung in der ausserfamiliären Betreuung umsetzen lässt. Aus dem vom Kanton St. Gallen finanzierten Pilotprojekt ist ein Handbuch entstanden. Es enthält vielfältige Anregungen, wie das Recht auf Mitwirkung konkret umgesetzt werden kann. Das Handbuch können Sie hier bestellen.

Das Institut für Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen hat einen Projektbericht vorgelegt und Empfehlungen zur Förderung der Mitwirkung in der ausserfamiliären Betreuung vorgestellt. Den Projektbericht können Sie hier herunterladen.

Quality4Children

Die drei internationalen Organisationen für Kinderbetreuung – FICE, IFCO und SOS-Kinderdörfer – haben sich im Frühling 2004 entschlossen, ein europäisches Projekt zu lancieren, um basierend auf der Kinderrechtskonvention qualitative Standards für die Fremdunterbringung von Kindern zu erarbeiten. Sie riefen das Projekt Quality4Children ins Leben, das in 32 europäischen Ländern durchgeführt wurde mit dem Ziel, Qualitätsstandards für die ausserfamiliäre Unterbringung von Kindern zu entwickeln. Erstmals ging es bei der Entwicklung von Qualitätsstandards darum, von Direktbetroffenen zu lernen, zu hören, wie es ihnen ergangen ist: Kinder und Jugendliche, Ursprungsfamilien, Pflegeeltern, Haupterziehungsverantwortliche.

Um das Projekt in der Schweiz durchzuführen, haben die drei Organisationen INTEGRAS Fachverband Sozial- und Heilpädagogik, die damalige Pflegekinder-Aktion Schweiz (heute PACH) und die FICE Schweiz eine nationale Koordinationsgruppe gebildet, die die verschiedenen Projektphasen und die damit verbundenen Ziele in der Schweiz umsetzt. Mehr: www.quality4children.ch

Die IG quality4children Schweiz hat die europäischen Qualitätsstandards auf die schweizerischen Verhältnisse übertragen und neben der Ausgabe für Erwachsene auch eine kinder- und jugendgerechte Form geschaffen.