Option vertrauliche Geburt – eine echte Alternative

Ist eine Frau in Not? Sie hat Gründe, aus denen niemand erfahren darf, dass sie schwanger ist? Sie hat sich entschieden, das Baby nach der Geburt zur Adoption freizugeben und niemand darf oder soll davon wissen? In der Schweiz gibt es die Option der vertraulichen Geburt. Anders als das Babyfenster oder die anonyme Geburt – Ersteres liegt hierzulande in einer gesetzlichen Grauzone, Letztere ist verboten – ist die vertrauliche Geburt legal und die Mütter hinterlegen ihre Personalien. Die Kinder haben also später die Möglichkeit, nach ihnen zu suchen. Nicht nur aus diesem Grund haben sich einige Kantone entschieden, die Möglichkeit der vertraulichen Geburt bekannter zu machen und auf die Errichtung von Babyfenstern zu verzichten: Bei der vertraulichen Geburt gebären die Frauen im Spital oder Geburtshaus und erhalten eine gute Versorgung sowie psychologische Betreuung. PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz erhält in letzter Zeit vermehrt Anfragen, die eine vertrauliche Geburt betreffen, und erachtet diese als echte Alternative zu Babyfenstern. Und so gehen betroffene Frauen vor: Bereits in der Schwangerschaft können sie sich an ihre Gynäkologin / ihren Gynäkologen, ans Spital oder die Hebamme wenden und die vertrauliche Geburt wünschen. Ihre Personalien werden dann hinterlegt, und die Frauen erhalten ein Pseudonym oder einen Code für Vorsorgeuntersuchungen, Geburt und Nachsorge. Auf allen Akten steht der Vermerk «Vertraulich», die Angaben bleiben geheim. Auch das Kind erhält nach der Geburt ein Pseudonym; die Meldung auf dem Zivilstandsamt und bei der Kindes- und Erwachsenenschutz-behörde Kesb erfolgt ebenfalls vertraulich. Die effektiven Daten werden nur von wenigen involvierten Personen bearbeitet. Arzt- und Spitalrechnungen gehen direkt an die Krankenkasse, wo das Kind auch mit der Adresse der Kesb oder des Sozialamts angemeldet werden kann. Die Personalien der Mutter werden bei der Kesb vertraulich aufbewahrt.

Medienmitteilung der Schweizer Regierung

Merkblatt für die Geburtsabteilung in Spitälern des Kantons Bern