1 Jahr Kompetenzzentrum Leaving Care

Beatrice Knecht Krüger, die Leiterin des Kompetenzzentrums, startete den Betrieb im Januar 2019 mit einem mobilen Arbeitsplatz und einer leeren Website.
Im ersten Jahr wurde viel Energie in den Aufbau des KLC, die Klärung der Aktivitätsfelder, die Zusammenstellung des Teams sowie den Aufbau der Website gesteckt und es konnten schon wichtige Kontakte mit Fachpersonen aus Wissenschaft, Praxis wie auch Politik und Verwaltung geknüpft oder vertieft werden. Einige Fachpersonen haben in fallbezogenen Fragen Support erhalten und Akteure und Akteurinnen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern konnten sich durch die Vermittlung des KLC miteinander vernetzen. Das Kompetenzzentrum machte sich an Fachtagungen bekannt, tauschte sich an einem länderübergreifenden Netzwerktreffen mit Fachpersonen und Care Leaver aus dem deutschsprachigen Raum aus und förderte an einem Workshop zum Thema Leaving Care den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Forschung und Praxis. Das KLC ist – zumindest in der Deutschschweiz – schon gut bekannt und wird als Wissens- und Kontakt-Drehscheibe wahrgenommen und geschätzt. Auf der Website
gibt es heute etliche interessante Inhalte, Hinweise auf Veranstaltungen, einen Überblick über Praxisinitiativen und Forschungsprojekte.

Um die Situation von Care Leaver in der Schweiz zu verbessern und ihre Chancengleichheit im anspruchsvollen Übergang vom Heim oder der Pflegefamilie ins Erwachsenenleben zu ermöglichen, arbeitet das KLC auf den Ebenen von Gesellschaft, Politik und Verwaltung (Makro), von Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe und weiteren Leistungserbringenden (Meso) sowie von Fachpersonen und Care Leaver (Mikro).
Das Kompetenzzentrum sammelt und bündelt Wissen, bereitet es auf und stellt es auf seiner Website, im persönlichen Kontakt und mit öffentlichen Auftritten zur Verfügung. Es setzt sich für eine gesetzliche Verankerung und Finanzierung von flächendeckenden und systematischen Beratungs- und Unterstützungsleistungen ein, welche niederschwellig und bedarfsorientiert sein müssen. Das KLC übernimmt die Beratung und Unterstützung von Care Leaver in Bereichen/Regionen, wo es (noch) keine Angebote gibt. Weiter unterstützt und berät es auch Fachpersonen und Organisationen in fallbezogenen Fragen und im Hinblick auf Konzeptentwicklungen. Schliesslich bietet das Kompetenzzentrum Schulungen und Inhouse-Weiterbildungen an.

Die Website www.leaving-care.ch wird stetig weiterentwickelt und bekommt laufend neue Inhalte. So schaltet das KLC in Kürze ein Übersichten-Mapping der bisher bestehenden und bekannten Unterstützungsangeboten für Care Leaver auf. Dieses Mapping bietet zum ersten Mal einen schweizweiten Überblick über die aktuelle Angebotsvielfalt und wird fortlaufend ergänzt. Ein weiteres Produkt, welches das Kompetenzzentrum bald auf seiner Website anbietet, ist ein Argumentarium zur Thematik Leaving Care. Darin beschreibt und begründet das KLC die Situation und den Unterstützungsbedarf von Care Leaver*innen in der Schweiz, zeigt Ansatzpunkte und Entwicklungsfelder auf und stellt bereits bestehende Projekte, Initiativen und Angebote von Praxis und Forschung vor. Mit dem Argumentarium will das Kompetenzzentrum zur Sensibilisierung und Aufklärung beitragen, das Thema voranbringen und die Situation der Care Leaver *innen in der Schweiz verbessern.

Das Kompetenzzentrum ist eine Initiative der drei Verbände PACH (Pflege- und Adoptivkinder Schweiz),  CURAVIVA Schweiz (Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf) und INTEGRAS (Fachverband Sozial- und Sonderpädagogik) und wird in der Aufbauphase von der Drosos-Stiftung gefördert.