In der Schweiz leben fast 20’000 Kinder in Pflegefamilien und Heimen

Bis heute fehlen hierzulande aktuelle statistische Daten zu Pflege- und Heimkindern. Dies wollte PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz ändern – und stiess auf Widerstand. So muss es bei Hochrechnungen bleiben. Dennoch haben wir nun eine Schätzung dazu, wie viele Pflege- und Heimkinder in der Schweiz leben. Die aktuellste – und vorläufig letzte – Bestandesaufnahme zum Jahr 2017 entstand in Kooperation mit INTEGRAS, dem schweizerischen Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik.

2015 bis 2017 waren in der Schweiz jährlich ungefähr 18’000 bis 19’000 Kinder und Jugendliche fremdplatziert; davon lebten gut 30 Prozent in Pflegefamilien, knapp 70 Prozent in Kinder- und Jugendheimen. Diese Folgerung erlaubt unsere aktuellste Bestandesaufnahme zu Pflege- und Heimkindern in der Schweiz, die sich auf das Jahr 2017 bezieht und in Zusammenarbeit mit INTEGRAS, dem schweizerischen Fachverband für Sozial- und Sonderpädagogik, entstanden ist. Diese Erhebung fokussiert somit nicht nur auf Lücken und Handlungsspielräume in der Pflegekinderhilfe, sondern auch im Heimbereich.

In beiden Bereichen besteht in vielen Kantonen ein grosses Defizit, was die Fortführung der finanziellen und anderweitigen Unterstützung von sogenannten Care Leavern betrifft, also von Pflege- und Heimkindern, die volljährig werden und der Jugendhilfe entwachsen. In der stationären Erziehungshilfe orten die Kantone fehlende Mittel, um etwa genügend Plätze in Institutionen finanzieren zu können. Beispielsweise gibt es in manchen Kantonen zu wenige Kriseninterventionsplätze, zu wenige Plätze für psychisch kranke Kinder oder in Heimen für Kleinkinder.

Bei der Bestandesaufnahme 2017 handelt es sich vorläufig um den letzten Bericht von PACH und INTEGRAS zu Pflege- und Heimkindern in der Schweiz. Denn die Erhebung in den Kantonen verlief sehr zäh. So musste es bei der Anzahl Pflege- und Heimkinder in allen Bestandesaufnahmen – 2015 bis 2017 – bei hochgerechneten Schätzwerten bleiben, da jeweils nur höchstens zwei Drittel der Kantone statistische Daten lieferten. Solche Statistiken wären aber sehr wichtig, um fundierte Aussagen zur Pflegekinderhilfe und stationären Erziehungshilfe machen zu können und Entscheidungen zum Wohl der Kinder und Jugendlichen zu treffen. Aus diesem Grund werden PACH und INTEGRAS eng an diesen Themen dranbleiben.

Sie können den Bericht hier herunterladen.

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