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Stiefkindadoption

Sie möchten das Kind Ihrer Partnerin / Ihres Partners adoptieren? Neu ist die Stiefkindadoption in allen Paarbeziehungen möglich, unabhängig von der sexuellen Orientierung und dem Zivilstand; die Paare müssen also nicht verheiratet sein oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, aber seit mindestens drei Jahren einen gemeinsamen Haushalt führen. (Die Adoption: Art. 264–270 ZGB)

Weitere formelle Voraussetzungen

  • Mindestens 16 / höchstens 45 Jahre Altersunterschied zwischen Kind und Stiefvater bzw. -mutter (variabel)
  • Zustimmung der leiblichen Eltern des Kindes*
  • Zustimmung des urteilsfähigen Stiefkindes

*Fehlende Zustimmung: Wenn die Zustimmung eines Elternteils (noch) nicht erteilt wurde, muss in jedem Fall dessen letzte bekannte Adresse angegeben werden. Sofern es nicht gelingt, die freiwillige Zustimmung zu erlangen, kann ein schriftliches Gesuch um Absehen von der Zustimmung dieses Elternteils gestellt werden. Das Gesuch ist zu begründen.Von der Zustimmung kann nur abgesehen werden, wenn der betroffene Elternteil unbekannt, unbekannt abwesend oder dauernd urteilsunfähig ist. Ist im Personenstandsausweis des Kindes der Name des Vaters nicht eingetragen, braucht es dessen Zustimmung zur Adoption nicht. Es ist aber eine Begründung der für die Vaterschaftsabklärung zuständigen Vormundschaftsbehörde beizubringen, die darlegt, weshalb kein Vater eingetragen ist.

Art. 268a ZGB

Haben die Adoptiveltern Nachkommen, so ist deren Einstellung zur Adoption zu würdigen.

Ablauf

Nach Eingang des Gesuches bei der zuständigen kantonalen Adoptionsbehörde prüft diese, ob das Dossier vollständig ist und ob die formellen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde am Wohnsitz der Person, die das Gesuch einreicht, – oder eine andere Stelle (z. B. PACH) – lässt durch eine Fachperson einen Sozialbericht anfertigen, erstattet über das Ergebnis der Abklärungen Bericht und stellt einen Antrag zuhanden der Adoptionsbehörde. Anschliessend entscheidet diese über das Adoptionsgesuch. Nach Rechtskraft des Entscheides teilt die Adoptionsbehörde dem Zivilstandsamt am Wohnsitz der adoptierenden Person die Adoption mit. Das Zivilstandsamt orientiert die Einwohnerkontrolle am Wohnort und die Zivilstandsämter der Heimatorte und stellt Ihnen das aktualisierte Familienbüchlein wieder zu.

Ausländische Staaten werden normalerweise nicht von Amtes wegen über die Adoption informiert. Der adoptierenden Person wird empfohlen, sich persönlich um die Anerkennung der schweizerischen Adoption im ausländischen Heimatstaat zu kümmern.