Illegale Adoptionen aus Sri Lanka: PACH fordert weitere Aufarbeitung

«In den 1980er-Jahren sollen über 700 Kinder aus Sri Lanka zum Teil illegal in der Schweiz adoptiert worden sein. Beteiligt war eine Adoptionsvermittlung aus Bollingen (heute Gemeinde Rapperswil-Jona) im Kanton St. Gallen. Der Kanton St. Gallen hat nun dazu einen 74-seitigen Bericht veröffentlicht. Dieser soll helfen, die umstrittenen Auslandadoptionen aufzuarbeiten, wie es in einer Mitteilung des Kantons St. Gallen heisst. Der Kanton wolle Betroffene bei der Ermittlung der korrekten Angaben ihrer leiblichen Eltern unterstützen.»

Sehen Sie hier den Bericht des Regionaljournals Ostschweiz.

 

PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz fordert, dass die Schweiz die damaligen Fälle weiterhin aufarbeitet. «Noch immer gibt es hierzulande viel zu wenig Wissen zu Adoption und die Veränderung deren Praxis über die Jahre», sagt PACH-Geschäftsleiterin Karin Meierhofer. Was nationale Adoptionen anbelangt, so kann PACH derzeit dazu beitragen, diese Lücke zu schliessen: In Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW forscht sie unter anderem zur Entwicklung der Adoptionspraxis in der Schweiz und fasst auch konkret das Thema Zwangsadoptionen ins Auge. «Gerne würden wir so ein Projekt auch auf internationale Adoptionen ausweiten, hierzu brauchen wir allerdings die nötigen finanziellen Mittel», sagt Meierhofer. Was die Fälle in Sri Lanka anbelangt, so sagt sie: «Es braucht auch hier ein Gesetz – analog dem Bundesgesetz über fürsorgerische Zwangsmassnahmen –, um die Geschehnisse aufzuarbeiten.» Ausserdem fordert PACH, dass Adoptierte bei der Suche nach ihrer Herkunft persönlich begleitet und finanziell unterstützt werden – etwas, das sich PACH für alle Adoptierten bei ihrer Herkunftssuche wünscht, und zwar mit einheitlicher Regelung in allen Kantonen.