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Forschung

PACH versorgt Fachleute und Öffentlichkeit mit Forschungsergebnissen – auch aus eigenem Hause. Wir beteiligen uns zudem an anderen Projekten, vernetzen uns mit Forscherinnen und Forschern im In- sowie im Ausland, regen Studien an und unterstützen diese inhaltlich; PACH ist zum Beispiel Mitglied des internationalen Netzwerks «Foster Care Research», in dessen Rahmen jährliche Forschungskonferenzen organisiert werden (mehr unter foster-care-research.org). Wir fördern den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in den Alltag und gehen mit gutem Beispiel voran, indem wir unsere Dienstleistungen stetig neuesten Ergebnissen und Entwicklungen anpassen. Wir haben Kooperationen mit den Universitäten Basel, Freiburg, Hildesheim, Siegen und Zürich und arbeiten mit diversen Fachhochschulen zusammen.

Projekte

Aktuelle Projekte PACH

Bestandesaufnahme: Wie viele Pflegekinder leben in welchen Pflegeverhältnissen in der Schweiz?

Wie viele Autos auf unseren Strassen fahren, sagt uns regelmässig das Bundesamt für Statistik. Wie viele Pflegekinder es in der Schweiz gibt, wissen wir allerdings nicht genau – es gibt keine gesicherten aktuellen Zahlen. Ein grosses Versäumnis, findet PACH. So haben wir letztes Jahr zum ersten Mal Zahlen und Fakten zu Pflege- und Heimkindern in der Schweiz erhoben, zum Beispiel zu den Pflegeverhältnissen, in denen sie leben. Denn der Pflegekinderbereich in der Schweiz ist geprägt von einer Vielfalt verschiedenster Formen und Organisationen von Pflegeverhältnissen. Ebenfalls haben wir uns mit den unterschiedlichen Strukturen in der Romandie und der Deutschschweiz auseinandergesetzt. PACH führt die Bestandesaufnahme vorerst jährlich durch.

Download Bestandesaufnahme 2017 (PDF)

Download Bestandesaufnahme 2016 (PDF)

Download Bestandesaufnahme 2015 (PDF)

Download Artikel (PDF) «Pflegekinderhilfe in der Schweiz: Aktuelle Zahlen und Strukturen» (PDF) vonNicolette Seiterle, Wissenschaftliche Mitarbeiterin PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz (erschienen im Magazin «Forum Erziehungshilfen» 5/17)

Rückkehrprozesse Pflegekinder

Unter welchen Voraussetzungen können/dürfen/müssen Pflegekinder zu ihren leiblichen Eltern zurückkehren? Wie werden die Beteiligten (Pflegekinder, Pflegeeltern und leibliche Eltern) auf eine Rückkehr vorbereitet? Werden sie vor und/oder nachher begleitet, und wenn ja, in welcher Form?
Auch zu diesen Fragen fehlen in der Schweiz weitgehend wissenschaftliche Studien. Es ist ausserdem kaum Wissen darüber vorhanden, welche Haltungen bezüglich einer Rückkehr in der Fachwelt vertreten sind, und wie Fachpersonen des Pflegekinderbereichs zur jetzigen Gesetzeslage stehen. Mit diesem Projekt will PACH mehr Wissen zum Thema Rückkehrprozesse generieren. Ausserdem stösst das Projekt analog zur aktuellen Debatte in Deutschland, die eine Gesetzesänderung zur Stärkung von Pflegeeltern resp. der Kontinuitätssicherung von Pflegeverhältnissen vorsieht, eine Diskussion in der Schweiz an.

Download Ergebnisbericht (PDF)

Abgeschlossene Projekte/Beteiligungen PACH

«Unerwartete Abbrüche von Pflegeverhältnissen im Kinder- und Jugendalter»

Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW: «Europaweit ist seit einigen Jahrzehnten festzustellen: Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können, leben immer häufiger in Pflegefamilien als im Heim. Jedoch deuten Studien darauf hin, dass die Pflegeverhältnisse nicht immer stabil sind und es zu Abbrüchen kommt. Die Studie <Foster Care Placement Breakdown> untersucht die Faktoren und Ursachen für die Abbrüche. Die gewonnen Erkenntnisse sollen helfen, die Kindspflegschaften zu stabilisieren.» Mehr Informationen: Foster Care Placement Breakdown

«Verletzbar durch erworbene Elternschaft»

Dass und wie Kinder durch ihre Eltern leiden, ist bekannt und erforscht. Im Zusammenleben von Kindern und Eltern können aber auch die Eltern emotional verletzt werden. Das ist ein wenig thematisiertes, eher tabuisiertes Thema, das Yvonne Gassmann im Rahmen ihrer damaligen Tätigkeit bei der Pflegekinder-Aktion Schweiz untersucht hat: Erstens hat sie analysiert, welche Ursachen dazu beitragen können, dass man sich als Pflegemutter oder Pflegevater, Adoptivmutter oder Adoptivvater verletzt fühlt. Und zweitens hat sie sich die Frage gestellt, in welchem Kontext solche Verletzungen stattfinden. Drittens hat sie erfasst, welche Balancen die befragten Eltern leisten, um mit möglichen Verletzungen umzugehen und zu welchen Konsequenzen diese Strategien führen.

Download Artikel Yvonne Gassmann (PDF)

Pflegefamilien und Heimplatzierungen

«Der Prozess der Hilfeplanung und seine Auswirkungen auf die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Familien». Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52) des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt. Die Studie dauerte von Mai 2003 bis Ende Juni 2006 und wurde durch den Schweizerischen Nationalfonds und die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich finanziert. An der Studie beteiligt waren die damalige Pflegekinder-Aktion Schweiz (heute PACH), die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Gallen, Studienbereich soziale Arbeit, und die Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime. Geleitet wurde sie von Kurt Huwiler, verantwortlich für den Bereich «Produkte und Angebotsentwicklung» der Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime.

Das Projekt untersuchte die Platzierung von 43 Kindern und Jugendlichen; 14 Mädchen und 29 Knaben. 9 Kinder wurden in Pflegefamilien, 34 in Heimen untergebracht. Unberücksichtigt blieben geistig oder körperlich behinderte Kinder, da eine medizinisch geprägte Massnahmenplanung nach anderen Regeln abläuft.

Die Untersuchung wurde als Längsschnittstudie angelegt, um den Prozess der Hilfeplanung und die Auswirkungen der Platzierung nach einem Jahr erfassen zu können. Gesamthaft erfolgten 337 Gespräche mit Eltern, Kindern bzw. Jugendlichen, Sozialarbeitenden sowie Mitarbeitenden von Heimen und Pflegeeltern.

Die Zusammenfassung der Forschungsergebnisse finden Sie hier (PDF). Das Buch können Sie hier bestellen. Mehr zum Nationalen Forschungs-
programm: www.nfp52.ch

«Kinder wirken mit»

Ein Projekt zur Umsetzung der Qualtity4Children-Standards unter der Leitung der FHS St. Gallen. Auf Initiative der IG Quality4Children haben Kinder, Jugendliche und Fachkräfte nach Wegen gesucht, wie sich Mitwirkung in der ausserfamiliären Betreuung umsetzen lässt. Aus dem vom Kanton St. Gallen finanzierten Pilotprojekt ist ein Handbuch entstanden. Es enthält vielfältige Anregungen, wie das Recht auf Mitwirkung konkret umgesetzt werden kann. Das Handbuch können Sie hier bestellen.

Das Institut für Soziale Arbeit an der Fachhochschule St. Gallen hat einen Projektbericht vorgelegt und Empfehlungen zur Förderung der Mitwirkung in der ausserfamiliären Betreuung vorgestellt. Den Projektbericht können Sie hier (PDF) herunterladen.

Quality4Children

Die drei internationalen Organisationen für Kinderbetreuung – FICE, IFCO und SOS-Kinderdörfer – haben sich im Frühling 2004 entschlossen, ein europäisches Projekt zu lancieren, um basierend auf der Kinderrechtskonvention qualitative Standards für die Fremdunterbringung von Kindern zu erarbeiten. Sie riefen das Projekt Quality4Children ins Leben, das in 32 europäischen Ländern durchgeführt wurde mit dem Ziel, Qualitätsstandards für die ausserfamiliäre Unterbringung von Kindern zu entwickeln. Erstmals ging es bei der Entwicklung von Qualitätsstandards darum, von Direktbetroffenen zu lernen, zu hören, wie es ihnen ergangen ist: Kinder und Jugendliche, Ursprungsfamilien, Pflegeeltern, Haupterziehungsverantwortliche.

Um das Projekt in der Schweiz durchzuführen, haben die drei Organisationen INTEGRAS Fachverband Sozial- und Heilpädagogik, die damalige Pflegekinder-Aktion Schweiz (heute PACH) und die FICE Schweiz eine nationale Koordinationsgruppe gebildet, die die verschiedenen Projektphasen und die damit verbundenen Ziele in der Schweiz umsetzt. Mehr: www.quality4children.ch

Die IG quality4children Schweiz hat die europäischen Qualitätsstandards auf die schweizerischen Verhältnisse übertragen und neben der Ausgabe für Erwachsene (PDF) auch eine kinder- und jugendgerechte Form (PDF) geschaffen.