Geborgen aufwachsen – das sollen auch Kinder und Jugendliche können, die nicht oder nur teilweise bei ihren leiblichen Eltern gross werden. Wie alle jungen Menschen sollen sie Unterstützung und Beständigkeit erfahren und sich in einem geschützten Umfeld entfalten dürfen. Einem Umfeld, das ihre Rechte wahrt und ihre persönliche Entwicklung fördert. Damit sie zu unabhängigen, selbstbewussten Erwachsenen werden, die ihren festen Platz in der Gesellschaft finden. Dafür setzen wir von PACH uns ein und erbringen Leistungen, die sonst niemand erbringen würde; keine andere Organisation, keine Behörde. Als einzige Stelle in der Schweiz beschäftigen wir uns auf nationaler Ebene sowohl mit dem Thema Pflegekinder wie auch mit Adoption. Dabei ist das Wohl des Kindes immer das höchste Gut.

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So wirkt unsere Arbeit – ein Beispiel

«Ich hatte überhaupt kein Gefühl für das Kind»

Miriam Müller* erfuhr erst im siebten Monat, dass sie schwanger war – sie hatte wie immer ihre Monatsblutungen, keinen dicken Bauch, keine anderen Anzeichen. Die alleinstehende junge Frau stand unter Schock. Schliesslich entschied sie sich, ihr Kind zur Adoption freizugeben. «Ich dachte, bevor ich das Kind behalte, weil ich es muss, gebe ich es lieber jemandem, der sich sehnlichst eines wünscht», erinnert sie sich. Doch am Ende kam es anders. PACH hat Miriam Müller auf ihrem Weg begleitet und unterstützt.

Heute Nachmittag sieht Miriam Müller (26) ihre kleine Tochter wieder. Endlich. Denn auch wenn sie ihr Kind jeden Tag, seit sie das Spital verlassen hat, bei der Übergangspflegefamilie besucht: Die Minuten ohne die Kleine sind lang, die Schmerzen im Unterleib spürbarer; Miriam Müller hatte nach der Geburt Probleme mit ihrer Plazenta und verlor zwei Liter Blut, worauf ein Eingriff folgte. Das war vor einem Monat. «Ich konnte weder essen noch auf die Toilette gehen», erinnert sich die junge Frau an die Zeit im Spital, «aber wenn ich die Kleine bei mir hatte, war alles gut.»

Wegen Müdigkeit beim Arzt

Mutterliebe – etwas, das sich Miriam Müller noch fünf Wochen vor der Geburt nicht hätte vorstellen können. Damals wusste sie noch nicht einmal, dass sie schwanger war: Die Monatsblutungen kamen wie immer unregelmässig und der Bauch war unverändert, vielleicht ganz leicht gewölbt. Der Appetit hatte sich nicht gesteigert und das Gewicht war höchstens um drei Kilo gestiegen, was Miriam Müller nicht weiter beachtete. Auch, als sie Wasser in den Beinen bekam, dachte sie sich nichts dabei: «Bei uns liegen Nierenleiden in der Familie, da gehört Wasser in den Beinen dazu.» Als sie jedoch ständig müde war und noch eine Bronchitis dazukam, liess sich Miriam Müller durchchecken, auch von der Frauenärztin.

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